

Baumpflanzung und Schutzräume
Schottland war einst ein Land der Wälder. Über Jahrhunderte bedeckten Bäume weite Teile der Highlands – bis wirtschaftliche Interessen die Landschaft umformten und ein Mosaik aus kahlen Hügeln und Weideland zurückließen. Während die Welt die Zerstörung tropischer Regenwälder in fernen Ländern zu Recht anprangert, blieb die langjährige Vernachlässigung der Wiederaufforstung vor der eigenen Haustür weitgehend unbeachtet. Es ist ein stiller Triumph für das Land, dass das Pflanzen von Bäumen endlich wieder gefördert wird. Vor etwa zehn Jahren wurden in Galtrigill die ersten Baumreihen gesetzt – kleine Gruppen heimischer Arten, so platziert, dass sie auf einer lange entblößten Landschaft Schutz bieten können. Diese frühen Pflanzungen wurzelten auf offenem Gelände, wo der Wind ungehindert über die Hänge streicht. Ziel war es, den Boden zu schützen, Leben zu fördern und einen Prozess langfristiger Erholung in Gang zu setzen. Gewählt wurden widerstandsfähige heimische Arten. Die meisten Bäume befinden sich noch im Aufbau. Noch spendet keiner echten Schutz, noch gibt es keine Erträge. Aber sie stehen für eine langfristige Wende – von Erosion zu Verwurzelung, von Windbruch zu Hoffnung. Dort, wo wir das Gras auf dem Croft unberührt gelassen haben, geschah etwas still Schönes: Wildblumen sind zurückgekehrt. Auch wenn wir sie nicht bestimmt oder gezählt haben – die Wirkung ist unübersehbar. Farbenfrohe Blüten, summendes Leben, und eine Rückkehr der Bestäuber. Es ist eine Erinnerung daran, dass manchmal das Zulassen von Wachstum die sinnvollste Nutzung überhaupt ist. Hier übernehmen die Bienen das „Beweiden“. Diese Arbeit geht weiter. Neue Bäume werden dort ergänzt, wo sich erste Pflanzungen etabliert haben, und Schutzstreifen werden erweitert, um geschützte Korridore für Tiere und Wetter zu schaffen. Einige robuste Obstbäume sollen dazukommen – ein Test ihrer Widerstandsfähigkeit. Es geht hier nicht um großflächige Forstwirtschaft, sondern um achtsames, geduldiges Pflanzen mit Blick auf das Gleichgewicht – zwischen Offenheit und Wachstum, zwischen Tradition und Erneuerung. Vielleicht wird dieses Land irgendwann Vögel beherbergen, mehr Bienen – oder einfach Schatten spenden für jene, die hier wandern.
Auf unserem kleinen Croft teilen wir die Vision der Scottish Rewilding Alliance: der Natur Raum zur Erholung geben – und den Menschen die Möglichkeit, sich wieder mit ihr zu verbinden.

Wanderwege und öffentlicher Zugang
Mit dem Wandel der Landschaft öffnen sich neue Wege. Ein Netz aus Wanderwegen wird derzeit auf dem Croft angelegt – es verbindet Aufforstungsflächen, historische Überreste, besondere Aussichtspunkte und den Zugang zur Küste. Die Routen folgen einer Mischung aus alten Pfaden und neuen Linien, die das Gelände für Besucherinnen, Besucher und Bildungsgruppen besser erschließen.
Diese Wege bieten mehr als nur Ausblicke. Sie sollen eine Verbindung zur Geschichte des Landes schaffen – zu Pachtlisten und Ruinen, zu verfallenen Mauern, zum Manners Stone und zu den Namen, die in Fragmenten überliefert sind. Geplant sind dezente Beschilderungen, Erzählstationen und geführte Spaziergänge. Die Landschaft wird so zu einem Ort der Bewegung – und des Verstehens.
Details zu geplanten Spaziergängen und Besuchsmöglichkeiten auf dem Croft findest du  [hier].


Rekonstruktion eines Blackhouse
Ein Teil des Projekts ist der Rekonstruktion eines traditionellen Blackhouse gewidmet – als bewohntes, gelebtes Haus. Es soll in historisch authentischer Bauweise errichtet werden, mit traditionellen Materialien und Formen, ergänzt durch unauffällig integrierte erneuerbare Energiequellen.
Die Idee dahinter: menschliches Leben nach Old Galtrigill zurückzubringen. Das Haus könnte künftig ein kleines Café beherbergen, ein Treffpunkt für Wandergruppen sein oder Ausgangspunkt für Besucher. Es wird schlicht, landschaftsverträglich und in Einklang mit seiner Umgebung gestaltet. Zum ersten Mal seit Jahrhunderten könnte in einem Cottage auf Croft 9 wieder ein Kaminfeuer brennen.

Ein Blick nach vorn
Galtrigill ist zweifellos ein Ort der Ruinen und der Erinnerung – und zugleich eine Landschaft im Wandel. Aufforstung und eingeschränkte Beweidung sind Teil eines langfristigen Plans zur Landnutzung. Ziel ist es, die Bodenstabilität zu verbessern, Schutz für künftige Bepflanzung zu schaffen und die Artenvielfalt auf kontrollierte und sinnvolle Weise zu fördern.
Auch wenn sich die meisten Bäume noch in einem frühen Stadium befinden, wird ihr Wachstum regelmäßig beobachtet, und die Pflanzung geht von Saison zu Saison weiter. Zwischen den Reihen wird gezielt Bodendeckung gefördert, um Bestäuber zu unterstützen und die Bodengesundheit wiederherzustellen. Bestimmte Flächen werden gezielt im Hinblick auf die Biodiversität gepflegt – ohne das produktive Potenzial des Crofts aus dem Blick zu verlieren.